Gruppentraining sozialer und emotionaler Kompetenzen

GSEK kids

Warum soziales Kompetenztraining:

  • Soziale Kompetenzprobleme sind eine Ursache für eine Störung oder psychische Beeinträchtigung
  • Soziale Kompetenz ist förderlich für eine Wiedereingliederung oder Bewältigung bestehender psychischer Störungen
  • Training sozialer Kompetenzen hilft bei der Verhinderung psychischer Störungen bzw. erweitert Bewältigungskompetenzen

Zielgruppe

Sozial unsichere Kinder und Jugendliche mit gravierenden Schwierigkeiten beim Bewältigen von sozialen Alltagssituationen

  • Kinder und Jugendliche mit deutlicher Schüchternheit und Unsicherheit
  • Kinder und Jugendliche mit psychosomatischen Beschwerden und/oder Schulangst aufgrund sozialer Unsicherheit
  • Kinder und Jugendliche mit aggressiven bzw. trotzigen Symptomen aufgrund sozialer Unsicherheit

Das Training kann begleitend zu anderen Interventionen/Maßnahmen durchgeführt werden.

Inhalte und Ziele

Ausgehend von einem kognitiv-verhaltenstherapeutischen Erklärungsmodell sozialen Verhaltens werden, anhand verschiedener Übungen, die Unterscheidung zwischen selbstsicheren und aggressiven Verhalten, die Bedeutung von Selbstverbalisationen für die eigene Befindlichkeit und das eigene Verhalten, sowie die Wichtigkeit der langfristigen gegenüber den kurzfristigen Konsequenzen menschlichen Handelns deutlich gemacht.

 

Zentrales Element sind Rollenspiele mit Videofeedback zu drei Bereichen zur Erlangung sozialer Kompetenzen:

  1. Bezogen auf den Einzelnen: Selbstwertgefühl/Selbstvertrauen/wertschätzung/Selbstwirksamkeit/ Selbstbeobachtung/Eigenverantwortung/Selbstdisziplin
  2. Bezogen auf den Umgang mit Anderen: Empathie/Perspektivübernahme/Kompromissfähigkeit/Um Sympathie werben können/Beziehungen gestalten zu können/Recht durchsetzen können/Kritikfähigkeit/Wahrnehmung/Toleranz/Respekt/Sprachkompetenz / Interkulturelle Kompetenz
  3. Bezogen auf die Zusammenarbeit: Teamfähigkeit/Kooperation/Motivation/Konfliktfähigkeit/Kommunikationsfähigkeit

 

Konkret sollen bei den Kindern/Jugendlichen eine

  • Verbesserung der sozialen Kompetenz und Selbstsicherheit
  • Erhöhung der Selbstwirksamkeitserwartung
  • Verminderung aggressiven Verhaltens

erreicht werden.

Zusammensetzung

Die geschlossenen Gruppen setzen sich aus Kindern einer der beiden erst genannten Zielgruppen zu einer homogenen Gruppe zusammen oder werden zu einer heterogenen Gruppe mit einem Anteil von Kindern aus der dritten Zielgruppe gebildet.

Alter

10- 14 Jahre (in Ausnahmefällen auch jünger oder älter)

Gruppengröße

8 – 10 Teilnehmer

Dauer

18 Veranstaltungen von jeweils 120 Minuten im wöchentlichen Abstand (ca. 6 Monate) zzgl. 60 Minuten Vor- und Nachbereitung

Ablauf des Trainings

Vor Trainingsbeginn Diagnostik, Aufnahmegespräch, möglicherweise notwendige Gespräche mit anderen Fachkräften/Institutionen.

  1. Einführungsveranstaltung in Form eines Gruppenpädagogischen Angebots
  2. Individualpädagogische Unternehmungen (Gruppenbildung)
  3. Individualpädagogische Unternehmungen (Gruppenbildung)
  4. Altersgerechte Vermittlung des theoretischen Modells des Gruppentrainings, Bildergeschichte, projektiver Film, Bearbeitung einer eigenen Problemsituation, Hausaufgabe
  5. Besprechung der Hausaufgabe, Diskriminationstraining (unsicheres, aggressives und selbstsicheres Verhalten); Einführung des Situationstyps “Beziehung gestalten“ Rollenspiele und Videofeedback; Hausaufgabe
  6. Besprechung der Hausaufgabe; Gefühle erkennen und zum Ausdruck bringen; Rollenspiele, Hausaufgaben
  7. Besprechung der Hausaufgaben, Umgang mit Emotionen, Rollenspiele, Videofeedback, Hausaufgabe
  8. Besprechung der Hausaufgaben, Diskriminationstraining (unsicheres, aggressives und selbstsicheres Verhalten), Rollenspiele, Videofeedback, Hausaufgabe
  9. Besprechung der Hausaufgabe, Umgang mit Aggressionen/Wut etc., Rollenspiele Videofeedback, Hausaufgabe
  10. der Hausaufgabe, Einführung des Konzepts “Verstärken“, Sammlung von Verstärkungsmöglichkeiten, Einführung des Situationstyps “um Sympathie werben“, Rollenspiele und Videofeedback, Hausaufgabe
  11. Besprechung der Hausaufgabe, Diskriminationstraining, Rollenspiele und Videofeedback, Einführung des Situationstyps “Recht durchsetzen“, Hausaufgaben
  12. Besprechung der Hausaufgaben, Rollenspiele und Videofeedback, Diskrimination der Situationstypen, Hausaufgaben
  13. Training sozialer Kompetenz in Alltagssituationen (praktische Anwendung)
  14. Besprechung der Übungen, Diskrimination der Situationstypen, Rollenspiele zu Situationstypen in freier Wahl, Videofeedback, Hausaufgaben
  15. Besprechung der Hausaufgaben, Umgang mit Hindernissen und Ablehnung – Sammlung von Strategien, Hausaufgaben
  16. Training sozialer Kompetenz in Alltagssituationen (praktische Anwendung)
  17. Besprechung der Übungen, Rollenspiele zum Umgang mit Hindernissen und Schwierigkeiten, Videofeedback
  18. Abschlussveranstaltung

Methoden

  • Instruktion und Modellierung/Psychoedukation, Modellrollenspiele
  • Verhaltensübung und Reizkonfrontation/Rollenspiele
  • Rückmeldung und Verstärkung/Videofeedback
  • In-vivo-Konfrontation, Alltagstransfer/Hausaufgaben
  • Entspannungstechniken/Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen
  • Techniken der kognitiven Verhaltensmodifikation/ Selbstlobeübungen, Projektiver Videofilm

Räumlichkeiten und Ausstattung

Das Kompetenztraining findet in den Räumlichkeiten der Praxis Erziehungshilfe in Bergisch Gladbach Heidkamp und Leverkusen statt. Zusätzlich zu dem Gruppenräumen stehen weitere Beratungszimmer für Einzel- und Kleingruppenarbeit zur Verfügung.

Für die Präsentation und allgemeine Erläuterungen stehen Computer und Beamer zur Verfügung. Für die Rollenspiele mit Videofeedback eine Videoausrüstung.

Kosten

Die Kosten orientieren sich an den individuellen Leistungsentgeltvereinbarungen mit dem Träger der öffentlichen Jugendhilfe. In dem Betrag enthalten sind die konkrete Durchführung des Trainings, die vorangehende Diagnostik, das Aufnahmegespräch, Material und Verköstigung, sowie die individualpädagogische Maßnahmen im Verlauf des Trainings.

Falls das/der Kind/Jugendliche noch nicht geeignet scheint an dem Training teilzunehmen und eher andere Maßnahmen sinnvoll sind, wird für die Diagnostik und das Aufnahmegespräch eine Kostenpauschale erhoben.

Ansprechpartner

Durchgeführt wird das Training von zwei pädagogischen Fachkräften (Diplom-Sozialpädagogen/-in, Diplom-Sozialarbeiter/-in o.ä.).

Petra Albrecht
Petra Albrecht
Diplom-Sozialpädagogin
0176 / 81716692
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